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Chronik

Verein der Hörgeschädigten "Bayerwald" Deggendorf 1951 e.V.

Chronik

Der Verein der Hörgeschädigten „Bayerwald“ Deggendorf 1951 e.V. wurde am 14. Oktober 1951 in Plattling gegründet und Fritz Wirsing wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, wobei der Verein die Bezeichnung Ortsverband der Gehörlosen Deggendorf e.V. erhielt und 17 Mitglieder beitraten. Die damals herrschende große wirtschaftliche und soziale Not, welche die Gehörlosen besonders hart traf, veranlassten sie sich fester in einem Verein zusammenzuschließen, der sich dann zahlreicher Widerstände zum Trotz und Dank einiger Idealisten langsam aber sicher vorwärts entwickelte. Wir wollen unseren Gründungsmitgliedern besonders gedenken, ihnen für ihre Arbeit herzlich danken und ihnen auch versprechen, in ihrem Sinne weiterzuarbeiten. Alle die mitgeholfen und mitgearbeitet haben, gehört Dank und Anerkennung.Unsere Gründungsmitglieder waren:Fritz Wirsing, Hans Killinger, Alfred Weisner, Ludwig Erlmeier, Josef Apfelböck, Alfred Riedel, Franz Müller, Xaver Platzer, Josef Zach, Anna Zach, Sofie Klemann, Anna Weileder, Renate Schmittinger, Frieda Holzbauer, Hilde Schober, Anna Nickel und Resi Krippl.Dieser neugegründete Verein war allen Mitglieder eine wirksame Hilfe in ihren Lebenslagen, denn dieser Verein hatte sich folgendes zur Aufgabe gemacht:1. Unterstützung der taubstummen und gehörlosen Mitglieder mit Rat und Tat,Betreuung von Senioren, Hilfe für notleidende Gehörlose.2. Alle Gehörlosen aus ihrer Isolation herauszuholen, sie zu betreuen und ihnen kulturelle sowie religiöse Veranstaltungen zu bieten. 3. Allen Gehörlosen interessante Bildungsfahrten anzubieten und Freizeitangebote, wie z.B. Wandern, Ausflüge, Feste usw. durchzuführen.4. Allen Gehörlosen zu helfen, bei Behörden, Ämtern usw. bei wichtigen Angelegenheiten unsere geprüften, anerkannten Dolmetscherinnen zur besseren Verständigung zur Verfügung zu stellen. 5. Alle jugendliche Gehörlose zu fördern.Am längsten im Amt als 1. Vorsitzender war Alfred Riedel von 1956 bis 1980, ihm gebührt für seine aufopferungsvolle, tadellose und gute Vereinsarbeit besonderer Dank und Anerkennung.Vereinsvorsitzende waren:1951 – 1956: Fritz Wirsing1956 – 1980: Alfred Riedel1980 – 1983: Fritz Wirsing1983 – 1998: Adrian Althen1998 – 2008: Alfons Sternseit 2008: Brigitte RothmeierDie sehr schnell steigende Mitgliederzahl zeigte, dass die Gehörlosen an diesem Verein sehr interessiert waren und sind und eine sehr gute Schicksalsgemeinschaft darstellen. Die Jubiläumsfeiern im fünfjährigen Turnus zeigten eine langsame, aber stete Besserung des Daseins der Mitglieder und auch ein besseres Entgegenkommen bei den Behörden von Stadt und Landkreis. Diese bemühten sich zunehmend, die durch Taubheit bedingte Sprachbarriere zu überwinden, ihnen auch wirksame Hilfe zukommen zu lassen, auch wenn diese noch nicht durch das Gesetz vorgeschrieben war.Getreu dem Motto „Die Heimat der Gehörlosen ist sein Verein“ halten es die Deggendorfer.Die Gehörlosen stehen in guten und schweren Zeiten treu zu ihrem Verein. Nirgendwo haben sie ein besseres Gefühl, ganz unter sich im gleichen Schicksal vereint zu sein. Der große Zuspruch bei allen Veranstaltungen wie Versammlungen und gemeinsamen Ausflügen in die nähere oder weitere Umgebung beweisen, dass der Verein daseinsberechtigt ist.Unserer verstorbenen Mitglieder gedenken wir in Dankbarkeit:Anna Zach, Josef Zach, Sofie Klemann, Egon Scherer, Wartl Lorenz, Kathi Ebner, Xaver Platzer, Ludwig Greller, Agnes Zeindl, Rosina Grüttner, Maria Scherer, Johann Mandl, Alois Kribitznek, Renate Schmittinger, Thelka Almer, Josef Apfelböck, Tina Probst, Ernst Peter Wählisch, Erwin Maier, Helmut Meschkewitz, Alfred Riedel, Ludwig Erlmeier, Fritz Wirsing und Christine Helml. Dies gilt auch dem plötzlich verstorbenen Pfarrer Fischer aus Regensburg. 28 Jahre wurden die Katholiken aus dem gesamten Niederbayern von dem Gehörlosenseelsorger Pfarrer Fischer religiös betreut. Auch nahm er sich aller anfallenden schwierigen Fälle im Leben der Gehörlosen an, ohne Rücksicht auf Religionszugehörigkeit. 1983 verstarb unser lieber, Pfarrer, Seelsorger und Freund plötzlich, und wir alle vermissen ihn immer noch sehr und werden ihn niemals vergessen.









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